Carbon Footprint: 0

Auch wenn 2020 nur das Thema Corona dominiert hat, ist Klimaschutz aus meiner Sicht eines der wichtigsten Ziele, dem wir uns stellen müssen. Aus diesem Grund werde ich meinen Energieverbrauch ehrlich beleuchten und meinen CO2-Fußabdruck verringern. 

Umweltschutz - ein neues Thema?

Bereits in den 1980er Jahren wurde Umweltschutz groß geschrieben. Ich kann mich an Unterrichtseinheiten erinnern, in dem wir zum Wasser sparen aufgefordert wurden, die Vorzüge von dezentraler Stromerzeugung benannt wurden und natürlich wurden auch Probleme wie das Waldsterben thematisiert. Groß geändert hat sich über viel zu lange Zeit nichts und auch meine Generation wird sich von den nachfolgenden mit Recht dazu die ein oder andere Frage gefallen lassen müssen.

Ganz selbstkritisch habe ich mich selbst viel zu lange darauf verlassen, dass große Konzerne Filteranlagen einbauen, andere Länder unserem Beispiel folgen und den Müll trennen und das Problem nicht so sehr vor meiner Haustür gesehen. Das war ein Fehler.

Wir alle sind gefordert

Wenn wir alle darauf warten, dass der letzte Umweltsünder ein Einsehen hat, wird es zu spät sein. Es liegt aber in unser allem Interesse, diesem Planet ein wenig Luft zum Atmen zu lassen (durchaus im Wortsinne). Ich habe deshalb beschlossen, meinen CO2-Fußabdruck zu senken - im Idealfall auf Null. Wie gut mir das gelingt, wo es vielleicht einfach fällt, wo schwer, das ist ein Abenteuer, auf das ich mich einlasse und über das ich gerne berichten werde. Ich will niemanden missionieren, aber wenn sich jemand angesprochen fühlt und es mir nachmachen möchte oder Ideen hat, was ich besser machen könnte, freue ich mich über Eure Nachricht.

Meine Rahmenbedingungen

Ich habe mit meiner Frau vor einigen Jahren ein Haus gebaut; schon damals haben wir auf Klimaschutz geachtet und ein Haus gebaut, das gut gedämmt und eine fortschrittliche Heizung und Warmwasseraufbereitung (mit Wärmepumpe) hat. Das hilft natürlich. Dieses Zuhause ist auf jeden Fall gesetzt und steht nicht zur Disposition. 

Meine Frau arbeitet in Lübeck, ich in Hamburg - d.h. ich werde auch weiterhin pendeln müssen. Einen gewissen Teil meiner Arbeit kann ich auch im HomeOffice durchführen; insofern ist eine gewisse Reduktion grundsätzlich denkbar. Vieles funktioniert aber besser, wenn es im Büro Berührungspunkte gibt; insbesondere zwischen den Teams und bis zu einer gewissen Weise auch innerhalb des Teams, in dem ich arbeite. 100% Remote wird es daher auch künftig nicht werden. 

Ich bin Fleischesser - und ich esse gerne Fleisch. Mir ist bewusst, dass meine Ernährung durchaus für Probleme sorgt. Ich bin bereit, noch mehr als bisher auf die Qualität zu achten und auch fleischlose Tage einzurichten; für den Schritt, Vegetarier zu werden, bin ich aber (noch?) nicht bereit. 

Mir ist klar, dass weder meine Lebenssituation noch meine Bemühungen und Voraussetzungen repräsentativ für jedermann sind. 

Ich versuche grundsätzlich, Maßnahmen zu ergreifen, die mir keinen neuen Sonderweg ebnen, sondern zumindest grundsätzlich auch funktionieren könnten, wenn alle diesen Weg beschreiben. 

Und - mir ist klar, dass ich auf meinem Weg nicht von Beginn alles richtig machen werde. Ich bin bereit, mich zu irren und den Kurs zu korrigieren, wo es nötig ist.

Bestandsaufnahme

Als Datenbasis dient mir der CO2-Fußabdruckrechner des Umweltbundesamtes. Ich habe einige durchprobiert, die sich beim Ergebnis nur im Detail unterscheiden. Der Rechner des Umweltbundesamtes schlüsselt den CO2-Ausstoß für mich sinnvoll in Teilbereiche auf, von denen ich jeden für sich optimieren kann. 

Aus statistischer Sicht ist es in allen Rechnern schwierig, zwischen dem persönlichen und dem Haushalts-CO2-Fußabdruck zu unterscheiden. So werden zahlreiche persönliche Fragen gestellt, dann aber mit Haushaltsfragen vermischt (z.B. Stromverbrauch, Wohnfläche und Mobilität). Am Ende wird dann ein "persönlicher Fußabdruck" berechnet.

Ich habe daher den CO2-Rechner für jedes Familienmitglied durchgeführt und die Werte für den Haushalts-CO2-Abdruck addiert.

 

Als Referenzwert habe ich die Daten von 2019 genommen. 2020 war Corona-bedingt eine Ausnahme und durch den Wegfall der Pendelstrecke über Monate kein Vergleich. Zudem hatte ich für 2019 bereits gute Ist-Werte bei den Verbrauchsdaten und musste diese nicht schätzen. 

Status Quo

Der Gesamt-CO2-Fußabdruck des Haushaltes hier von allen Personen und inkl. der tatsächlich unternommenen Fahrten mit dem Auto sind 20,62 Tonnen. Pro Kopf sind das also 6,87 Tonnen CO2 pro Jahr. Das ist zum einen kein ganz schlechter Wert, weil der Durchschnitt in Deutschland bei 11,6 Tonnen liegt. 

Es ist aber auch kein Wert, auf dem wir uns ausruhen können. Die Experten sind sich ziemlich einig, dass ein Fußabdruck von 2 Tonnen pro Person verträglich für unseren Planeten wäre. Mit den knapp 7 Tonnen liegen wir da also noch deutlich darüber.

Wenig Optimierungspotential sehe ich im Stromverbrauch. Wir beziehen bereits seit Jahren 100% Ökostrom. Das ist übrigens nicht so teuer, wie man meinen könnte. Insofern ist dies vielleicht für den ein oder anderen ein einfacher erster Schritt in Richtung Klimaneutralität, der nicht mal besonders weh tut.

Auch bei der Heizung bleiben wir bereits deutlich unter dem Durchschnitt. Wir haben uns beim Bau unseres Hauses für eine effiziente Erdwärmepumpe entschieden, mit der wir sehr zufrieden sind. Die Erdwärmepumpe wird mit Strom betrieben; den dafür vereinbarten Zwei-Zeitentarif gab es zumindest damals nicht als 100%-Ökostrom-Variante. Mit einer solchen Umstellung auf Ökostrom auch für diesen Vertrag könnten wir unseren Fußabdruck um gut 1,5 Tonnen reduzieren. 

Der größte Einzelposten ist - wenig überraschend - die Mobilität. Das Pendeln von Lübeck nach Hamburg bringt dabei mit Abstand das größte Gewicht auf die Waage. Da ich auch künftig nicht auf das Pendeln verzichten kann, muss für dieses Problem eine Lösung gefunden werden.

 

Limitierungen

Aus den Basisdaten geht sofort hervor, dass eine Reduzierung auf Null nicht möglich sein wird. Selbst wenn es mir gelingt, den CO2-Ausstoß bei Mobilität und Heizung drastisch zu reduzieren, werde ich weiterhin essen und mich einkleiden müssen - und die öffentlichen Emissionen, die gar nicht direkt bei mir anfallen, kann ich persönlich auch nicht direkt beeinflussen.

CO2-Ausstoß, den ich aus welchen Gründen auch immer nicht vermeiden kann, müssen also kompensiert werden, um den eigenen Fußabdruck zu verringern.

Kompensieren - wie soll das gehen?

Es gibt Anbieter, die sich auf die Kompensation von CO2 spezialisiert haben. Einfach gesagt, bezahlt man für eine bestimmte Menge CO2 einen entsprechenden Betrag, mit dem dann Umweltschutzprojekte durchgeführt werden.

Bei der Auswahl eines entsprechenden Anbieters sollte man unbedingt darauf achten, dass dadurch zusätzliche und nachhaltige Projekte finanziert werden. Ein großer Anbieter in diesem Bereich ist Atmosfair, der bislang in Tests gut abgeschnitten hat. 

Was ist mit Urlaub?

Urlaubsreisen mit dem Auto sind in den Mobilitätszahlen bereits berücksichtigt. Nicht berücksichtigt sind Flugreisen, die wir durchaus alle paar Jahre gerne machen. Diese Flugreisen verursachen in dem jeweiligen Jahr einen ordentlichen Peak und sollten nicht unter den Tisch fallen. Es ist in unserem Leben aber eine Ausnahme und als solche wollen wir sie auch behandeln. Das heisst: Wenn wir uns bewusst dafür entscheiden, eine Reise mit dem Flugzeug zu machen, werden wir die Flugreise ebenfalls kompensieren. 

Es geht los

Ich möchte meinen CO2-Fußabdruck bereits 2021 signifikant senken und in Zukunft klimaneutral werden. Wenn Du mich auf diesem Abenteuer begleiten willst und Dich für meine Fortschritte und Gedanke interessierst, werde ich auf dieser Seite darüber berichten.

Falls Du Ideen hast oder Dich einer ähnlichen Aufgabe stellst, freue ich mich sehr über Deinen Kommentar oder Deine Nachricht.

Herausforderung: Klimaneutralität.

Ich möchte meinen CO2-Fußabdruck bereits 2021 signifikant senken und in Zukunft klimaneutral werden. Wenn Du mich auf diesem Abenteuer begleiten willst und Dich für meine Fortschritte und Gedanke interessierst, werde ich auf dieser Seite darüber berichten.

Falls Du Ideen hast oder Dich einer ähnlichen Aufgabe stellst, freue ich mich sehr über Deinen Kommentar oder Deine Nachricht.

 

12. Oktober 2020
Auf dem Weg zur Klimaneutralität: Wie komme ich zur Arbeit?

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Um meinen CO2-Fußabdruck zu optimieren, schaue ich mir meinen Arbeitsweg an und vergleiche Alternativen: ÖPNV, Diesel oder Elektro-Auto.

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Kommentare (2)

  • Susen
    Susen
    vor 2 weeks
    Hallo Marc,
    das ist ein großes Vorhaben und wir werden hier auch ein Stück mitgehen. Es gilt um- und weiterzudenken.
    Go for it!

    Gruß aus Leipzig
  • Lanny
    Lanny
    vor 2 weeks
    Hi,

    cool!!!
    Wir begleiten euch und vielleicht können wir ja auch die eine oder andere Idee mit beisteuern :)

    LG
    Lanny & Imre

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